Call of Duty

Retroschau
teilen
Eindrücke
Eindrücke ansehen
teilen
Slider Image

Was steckt drin

Modern Warfare bietet dem Spieler die Qual der Wahl und führt drei unterschiedliche Spielmodi ins Feld. Das Herzstück der Reihe bleibt natürlich der Multiplayer. Dieser besteht aus dem klassischen Kompetitivmodus, in welchem sich Spieler in verschiedenen Spielmodi die Kugeln um die Ohren fliegen lassen. Ergänzend kommt diesmal noch ein Koop-Modus hinzu. Außerdem kehrt der verlorene Singleplayer mit einer gewohnt bombastischen Kampagne zurück.

Slider Image

Ist das noch Call of Duty?

Mit Modern Warfare bricht das Franchise erstmals mit dem bisherigen Erfolgsrezept der schnellen und arcade-lastigen Action und setzt auf einen deutlich erhöhten Realismus. Die Waffen verziehen schneller, das Nachladen dauert länger und zwei bis drei Treffer lassen fast jeden wie einen nassen Sack umfallen. Vom Spielgefühl her handelt es sich hierbei um ein komplett neues Spiel, welches lediglich Call of Duty in seinem Namen trägt, inhaltlich aber eine ganz andere Richtung einschlägt. Besonders im Multiplayer wirkt sich diese Umstellung dramatisch auf den bisherigen Spielstil aus.

Slider Image

Erst der Frust und dann das Vergnügen

Fans der bisherigen Spiele, allen voran der letzten Black Ops-Teile, werden im Mehrspieler eine harte Zeit haben. Alle bekannten und lang eingespielten Mechaniken funktionieren nicht mehr und wer alleine agiert, der hat bereits verloren. Langsames und gemeinsames Vorgehen wird meist belohnt. Leider aber auch das Campen, da durch die wenigen notwendigen Treffer meist derjenige gewinnt, der zuerst schießt. Dies kann sehr frustrierend sein und gerade zu Beginn vielen Spielern die Freude am Spiel nehmen. Hat man sich aber durch die steile Lernkurve erstmal gekämpft, folgt auch das Vergnügen.

Slider Image

Alles wie gehabt

Abseits der Änderungen im Gameplay bietet Modern Warfare bekannte Kost. Bevor in den Kampf gezogen wird, werden erst mal Klassen erstellt. Hier darf aus einer Vielzahl von Ausrüstungsgegenständen, die gewünschten Abschussserien, Extras und auch Waffen gewählt werden. Gerade bei Letzterem wurde nochmal deutlich an den Individualisierungsmöglichkeiten geschraubt. Positiv aufgefallen ist auch die Abschwächung der Abschussserien, die dem “Mann-gegen-Mann”-Kampf die nötige Freiheit geben, aber dennoch für einen Unterschied sorgen können.

Slider Image

Der neue Mehrspielermodus

Mit Modern Warfare findet ein neuer Spielmodus den Weg in das Franchise: Bodenkampf. Hier treten zwei Teams mit jeweils 32 Spielern gegeneinander an, inklusive Helikopter, Panzerfahrzeuge und Quads. Wie in Battlefield müssen Punkte erobert oder verteidigt werden. Die Unzerstörbarkeit der Umgebung nimmt den Fahrzeugen allerdings die nötige Beweglichkeit und die Strukturen bieten wenig Raum für aufkommende Action. Auch der Umfang enttäuscht mit lediglich zwei Karten. Der Modus fühlt sich leider wie eine schlechte Kopie von Battlefield an.

Slider Image

Gemeinsam sind wir stark

Positiv hervorzuheben ist der Koop-Modus, in welchem die Handlung der Kampagne fortgeführt wird. Hier erledigen Gruppen aus bis zu vier Spielern verschiedene Missionen oder wehren, ähnlich dem Zombiemodus, so viele Gegnerwellen wie möglich ab. Bei höheren Schwierigkeitsgraden ist die Vorbereitung entscheidend für den Sieg. Die Spieler wählen hierbei aus sechs verschiedenen Klassen und müssen deren Spezialfähigkeiten perfekt an die kommende Herausforderung für die Gruppe abstimmen. Dank des erhöhten Realitätsgrades fühlt man sich an alte Ghost Recon Zeiten erinnert.

Slider Image

Eine bombastische Inszenierung

Modern Warfare glänzt mit einer phänomenalen Grafik und ohrenschmeichelndem Sound. Ob im Mehr- oder Einspieler, die Detailverliebtheit in beiden Bereichen ist atemberaubend. Besonders hervorzuheben ist hierbei allerdings die Kampagne. Hier trägt die realistische Gestik und Mimik der Figuren entscheidend zur Emotionalisierung des Spielers bei, während der wuchtige Klang entfernter Bomben und Schüsse die Glieder zusammenzucken lässt. Die Inszenierung der Kampagne ist eine absolute Wucht und stellt neue Maßstäbe auf.

Slider Image

Nichts für schwache Nerven

Seit jeher lebt Call of Duty’s Inszenierung auch von kontroversen und schockierenden Momenten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass im neusten Ableger der Reihe wieder mal die Tabus am laufenden Bande gebrochen werden. Terrorangriffe auf Zivilisten, Kriegsverbrechen, lebendig verbrennende Menschen oder das Abtrennen von Körperteilen sind nur ein kleiner Teil des Kriegs-Horrors. Oftmals sind die Szenen so bestialisch, sodass der Spieler zwangsläufig zum Nachdenken und Mitfühlen gezwungen wird. Leider reißt die brachiale Haudrauf-Action diese wichtige Momente dann wieder ein.

Slider Image

America, fuck yeah!

Ein großer Kritikpunkt ist die absolut einseitige Darstellung der verschiedenen involvierten Parteien, die zwangsläufig an reale Schauplätze unserer Zeit erinnern. Die Einzelspielerkampagne lässt die USA und Großbritannien wie die Ritter in strahlender Freiheits-Rüstung erscheinen, wohingegen der russische Widersacher zu einem Abziehbild aller je stattgefundenen Kriegsverbrechen verkommt. Trotz der fantastischen Inszenierung weist das Spiel eine plumpe und propagandistische Story auf, welche der Komplexität von realen Konflikten nicht gerecht wird.

Slider Image

Fazit

Modern Warfare ist die langersehnte Revolution des Franchise und beschreitet erfolgreich einen neuen spannenden Weg, an den sich einige Fans vermutlich erstmal gewöhnen müssen. Die Inszenierung, Grafik und Sound sind absolute Spitzenklasse und stellen neue Maßstäbe auf. Auch der spaßige Koop-Modus weiß zu überzeugen. Für ein absolutes Meisterwerk fehlt dem Spiel jedoch ein komplexerer und realistischer Umgang mit dem Thema Krieg sowie die durchdachtere Implementierung und Anpassung von CoD-untypischen Spielmodi an die spielgegebenen Grenzen.

8.5
Bewertung

Du bist offline. Stelle eine Verbindung her, um die App weiter zu nutzen.

URL in die Zwischenablage kopiert.